Tipps zu Rollertouren

Schon bei der Planung einer Rollertour gibt es vieles zu beachten, damit einem unbeschwerten Tourenverlauf nichts im Wege steht.
Die Alster-Roller haben einige Tipps zusammengestellt, damit die große Tour gut vorbereitet ist
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Streckenlänge für die Tour planen

Die Planung von Reisen und Touren mit dem Roller sind in den Zeiten von Navigationssystemen und elektronischen Karten leichter denn je:  Bei der Festlegung der Etappenlängen werden aber oft Fehler gemacht.

Roller-Reisen und -Touren durch landschaftlich schöne Gebiete stehen für Genuss mit allen Sinnen. Der kann jedoch nachhaltig getrübt werden, wenn bei der Routenplanung die Länge der Tagesstrecke falsch eingeschätzt wird. Obwohl es natürlich auf den individuellen Fitness- und Trainingszustand der Fahrerin oder des Fahrers ankommt, überschätzen sich viele und sitzen zu lange im Sattel. Vor allem wenig geübte Piloten überziehen leicht.

 

Im Klartext: Wer zu lange fährt, riskiert nicht nur Aufmerksamkeitsdefizite, die zu fatalen Folgen führen können. Die Herz-/Kreislaufbelastung steigt durch die erhöhte Hormonausschüttung zusätzlich. „Wenn erste Konzentrationsmängel auftreten, muss jedem klar sein, dass er schon zu lange fährt“, regelmäßige und geplante Pausen. Der zwei Stunden-Rhythmus aus dem Autobereich kann, je nach Streckenbeschaffenheit und Wetter, für Motorroller zu lange sein.

 

Die Faustregel für richtige Streckenlänge pro Fahrtag heißt:

 

o    auf Autobahnen maximal 600 Kilometer

o    auf Bundesstraßen maximal 400 Kilometer

o    auf Landstraßen maximal 300 Kilometer

o    im Gebirge mit Pässen maximal 200 Kilometer

 

Selbstredend gilt dies nur für gutes Roller-Wetter: Besonders große Hitze, niedrige Temperaturen oder extreme Temperaturschwankungen sowie Dauerregen erfordern eine Reduzierung der Teilstücke. Gleiches gilt für Fahrten auf Routen mit erheblicher Verkehrsbelastung

 

 


 

Packliste für die große Reise

Was sollte man mitnehmen?

Auf dem Motorroller hat man nicht viel Platz. Anhand folgender Checkliste kann bei der Tourenplanung überprüft werden, ob alles Wichtige eingepackt ist. Die Liste ist bewusst umfangreicher als für die meisten Rollerfahrer/-innen notwendig, um allen Bedürfnissen und Gewohnheiten und auch dem Alter der Maschine Rechnung zu tragen. Sie soll auch einer geschickten Planung der Gepäckverteilung dienen.

 

Es macht Sinn, gute Kopien von den wichtigsten Papieren anzufertigen und diese an anderer Stelle als die Originale mitzuführen. Bei Verlust oder Diebstahl der Originale können leichter Ersatzpapiere beschafft werden. Wichtige Dokumente sollten immer wasserdicht verpackt sein (z.B. in einem Gefrierbeutel)

 

o    Personalausweis und/oder Reisepass

o    Führerschein

o    Fahrzeugschein, Zulassungsbescheinigung Teil 1

o    grüne Versicherungskarte

o    Reifenunbedenklichkeitserklärung

o    die wichtigsten Telefonnummern von Notdiensten und Angehörigen zuhause

o    Kreditkarte

 

Falls erforderlich:

o    Auslandskrankenschein/ Auslandskrankenversicherungsnachweis

o    Visum/ Carnet

o    Flug-, Fähr- oder Bahnticket

o    Schecks (EC-Schecks und Scheckkarte, Traveller-Schecks)

 

Nützliche Unterlagen und Utensilien

o    ausländische Währung oder Bargeld (an verschiedenen Stellen untergebracht)

o    Reise- und Sprachführer/ Wörterbuch

o    Landkarten im geeigneten Maßstab

o    Sonnenbrille

o    Ersatzschlüssel für Motorroller und Koffer

o    Taschenmesser/ Multi-Funktionswerkzeug

o    Taschenlampe oder Stirnlampe

o    Handy inkl. Ladegerät

o    Erste-Hilfe-Set für Motorroller (in manchen Ländern vorgeschrieben)

o    Warnweste (in einigen Ländern vorgeschrieben)

o    Hoteladressen/ Hotelverzeichnis

o    Händleradressen

o    Ersatzbrille/ Ersatz-Kontaktlinsen

o    Visierreiniger mit Anti-Beschlag-Wirkung

o    Spanngurte (besser als Spanngummis)

o    kleiner Rucksack

o    Gefrierbeutel für wasserdichtes Einpacken (Achtung: Einkaufstüten sind nicht dicht)

 

Zusätzliche Rollerbekleidung (neben der Standard-Ausrüstung)

o    Ersatzhandschuhe (ggf. Sommerhandschuhe oder Thermohandschuhe)

o    Regenkleidung (Regenjacke und Regenhose sind meist besser als einteilige Kombis)

o    Regen-Überschuhe, Regen-Handschuhe
Falls erforderlich:

o    Thermokombi bzw. Funktions-Unterwäsche

o    Sturmhaube, Halstuch und/oder Halskrause

o    Ohrenstöpsel

o    (getöntes) Ersatzvisier

 

Kleidung (neben Rollerbekleidung)

o    Unterwäsche und Socken, Hemden und/oder Pullis und Hosen

o    allgemein Thermowäsche (z.B. Fleecepullover)

o    feste Schuhe

 

Toilettenartikel

o    Zahnputz-Utensilien

o    Rasierzeug

o    Haarbürste/ Kamm

o    Wasch- und/oder Pflegemittel/ Shampoo

o    Fingernagelschere bzw. Knipser

o    Sonnencreme

o    Handtücher/ Badetuch

o    Reiseapotheke (keine Schmerzmittel verwenden, die die Blutgerinnung verzögern!)

 

 

 


 

Motorroller-Kurzcheck vor jeder Tour

Wer auf seiner Rollertour keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, der sollte vor jedem Start einen Kurzcheck machen.  Schon beim theoretischen Unterricht in der Fahrschule wurde die Wichtigkeit der Überprüfung der "3 großen B" ins Hirn der künftigen Motorradfahrer eingebrannt: Beleuchtung, Bereifung und Bremsen.

 

Sehen und gesehen werden

 

Sehen und gesehen werden ist eine wichtige Voraussetzung für sicheres Rollervergnügen: Daher muss vor dem Losfahren unbedingt überprüft werden, ob alle Lampen leuchten. Fern- und Abblendlicht, Brems- und Rücklicht, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung sowie die dazugehörigen Schalter können auch alleine getestet werden. Man muss vom Roller absteigen und die Bremshebel  betätigen,  notfalls per Gummizug.

 

Entscheidende Reifen-Fragen

 

Weil die Reifen den Kontakt zur Straße herstellen und eine kaum postkartengroße Fläche über das Gelingen selbst schwieriger Fahrmanöver entscheidet, sollten sie zwingend vor jeder Fahrt überprüft werden. Die entscheidenden Fragen sind

 

o    Ist die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorhanden? (Mehr Millimeter sind mehr Sicherheit)

o    Ist der Luftdruck im fürs Modell vorgeschriebenen Bereich? (In der Regel von 2,0 bis 2,2 bar. Bei Zwei-Personen-Betrieb und Zuladung entsprechend anpassen)

o    Sind Beschädigungen am Reifen sichtbar? (Fremdkörper im Gummi, Risse in der Karkasse etc.)

o    Sind beide Ventilkappen vorhanden? 

 

Bremsen als Lebensversicherung

 

Natürlich fasziniert beim Rollerfahren die Beschleunigung. Das Gegenteil ist allerdings eine Lebensversicherung – und zur „Entschleunigung“ sind funktionierende Bremsen nötig. Vor einer Ausfahrt müssen deshalb unbedingt die Leitungen und Schläuche auf Dichtheit oder Scheuerstellen geprüft werden und die Bremsbeläge auf Abnutzung. Der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichbehälter kann per Augenschein geprüft werden, die Qualität der Bremsflüssigkeit nicht. Da sie auch Alterungsprozessen unterliegt, sollte sie – unabhängig von der Fahrleistung – jedes Jahr, spätestens aber alle zwei Jahre getauscht werden

Die Bremswirkung muss vor dem Fahrtantritt gecheckt werden, indem Hinterrad und Vorderrad möglichst abseits des Verkehrs (Parkplatz, Hof) bis zur Blockiergrenze gebremst werden. Baut sich der Bremsdruck schnell auf und nach Lösen der Bremse ebenso schnell ab, ist die Bremsfunktion in Ordnung. Ob neben den Bremshebeln der Gasgriff leichtgängig ist, kann dabei ebenfalls getestet werden.

 

 

 


 

Tipps für Unterwegs

 

Fahren mit Beifahrer

Rollerfahren muss nicht zwingend einsam machen. Damit es zu zweit neben dem Fahrer aber auch dem/der Beifahrer/in Spaß macht, sollten einige Regeln beachtet werden.

Generell gilt, dass nur auf einem Motorroller mit Beifahrer-Sitz, Fußrasten und Haltevorrichtung eine zweite Person mitgenommen werden darf. Fehlen Haltegriffe oder Halteriemen, Fußrasten oder gar Zweiersitzbank muss theoretisch der Eintrag im Kfz-Schein geändert werden, weil dann keine zweite Person transportiert werden darf.

Selbstverständlich sollten auch Sozia oder Sozius immer komplette Rollerkleidung tragen. Ein Motorrad/Roller-Schutzhelm ist auch für Mitfahrer vom Gesetz zwingend vorgeschrieben – aber bitte einer, der passt und mit einer aktuellen Prüfnorm optimalen Schutz bietet. Auf keinen Fall einen womöglich ausgemusterten und zu großen „Ersatz-Helm“, der schützt nur vor Bußgeld.

Mit Sozius oder Sozia hintendrauf ändert sich das Fahrverhalten des Rollers, je nach Gewicht sogar deutlich. Die Achslastverteilung und damit die Fahrphysik verändern sich: das Vorderrad wird entlastet und überträgt die Lenkbefehle weniger genau; das Heck pumpt wegen des Mehrgewichts stärker und kann sogar die Linie versauen. Deshalb müssen vor einer Fahrt mit zwei Personen die Federelemente der Mehrbelastung angepasst werden. Vor allem im Heck müssen Federvorspannung und, wenn einstellbar, die Dämpfung erhöht werden. Eine Erhöhung des Reifendrucks ist ebenfalls nötig. Mindestens 0,2 bar mehr als im Solobetrieb sind angebracht, der maximale Reifenluftdruck (siehe Betriebsanleitung) ist allerdings zu beachten.

Bei Fahrten im Duett gewinnt die Hinterradbremse stark an Bedeutung, die Bremslastverteilung verändert sich (je nach Rollertyp) von einen Verhältnis von Vorderrad zu Hinterrad von rund 80:20 bis hin zu 50:50. So oder so: Auf jeden Fall wird der Bremsweg zu zweit um einiges länger.

Damit es zu keinen Sozia(l)-Problemen kommt, muss auch die Zweirad-Zweisamkeit gekonnt und geübt sein, schließlich erschließt sich die Einspurdynamik mit ihren Beschleunigungs- und Verzögerungswerten sowie der Schräglage nicht von selbst. Ein „Trockenkurs“ auf einem Parkplatz kann viel helfen. Beispielsweise beim richtigen Auf- und Absteigen, vor allem aber bei der richtigen Sitzposition des Beifahrers. Nur wenn der Passagier dem Lenker möglichst nah auf die Pelle rückt und praktisch eine Einheit bildet, kann die Fahrt zum Erlebnis werden. Die Arme umgreifen am besten die Taille des Fahrers, damit beim Beschleunigen und während der Fahrt enger Kontakt besteht. Nur der Blick über die Schulter des Fahrers verhindert bei der Verzögerung das Zusammenschlagen der Helme – und führt automatisch zur richtigen Haltung bei der Kurvenfahrt in Schräglage: immer über die Fahrer-Schulter blicken, die sich zur Innenseite der Kurve neigt. Wichtigste Regeln für Mitfahrer: Bei Schräglage nie gegenlegen, das kann bis zum Sturz führen.

Selbstredend gilt es, das Vertrauen zum Fahrer nicht zu enttäuschen. Wilde Ritte und Kurvenkratzen führen zu Angst und Verkrampfung. Deshalb sollte eine vorausschauende und defensive Gangart gewählt werden und vorher nicht nur die Etappenlänge abgesprochen werden: Auch wer keine Helmsprechanlage besitzt, kann mit vereinbarten Zeichen (z.B. ein Mal auf die Schulter klopfen = langsamer, zwei Mal klopfen =  anhalten) für die nötige Kommunikation unterwegs sorgen und so zum gemeinsamen Fahrspaß beitragen.

 

Leichte Kost für Motorrollerpiloten

Sommerzeit ist Reisezeit auch und gerade für Rollerfahrer. Damit Reisen und Touren zum reinen Vergnügen werden, müssen aber nicht nur die Länge der Fahrstrecken richtig gewählt werden: Auch Essen und Trinken unterwegs kann viel zum Wohlbefinden und zur Sicherheit beitragen.

 

o    Regelmäßige Getränkeaufnahme ist extrem wichtig: „Pro Stunde sollten es fünf Milliliter Getränk pro Kilogramm Körpergewicht sein.“ Während eine 50 kg-Pilotin also einen viertel Liter benötigt, sollten es bei einem Fahrer mit 90 kg mindestens 0,45 Liter sein.

o    Neben regelmäßigem Trinken ist auch das Essen unterwegs für Rollerfahrer eine wichtige Angelegenheit. „Besser öfter, leichte Kost und keine riesigen Portionen“; Müsli, Salaten, Gemüse, Nudeln, Suppen und Obst.

Die Schweinshaxe mit Knödel und Kraut kann am Ziel den Tourentag krönen, unterwegs gegessen aber zu Problemen führen.

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